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Bautrockner richtig dimensionieren – Größe und Anzahl

Die passende Größe eines Bautrockners bemisst sich nach zwei Werten: dem Raumvolumen in Kubikmetern und der Art des Feuchteproblems. Als Faustregel liefern mobile Kondensationstrockner je nach Modell 20 bis 120 Liter Wasser pro 24 Stunden – für einen Wohnraum bis 30 m² reichen 20 bis 30 l/24h, ab 100 m² braucht es 90 bis 120 l/24h oder mehrere Geräte. Ein zu kleines Gerät verlängert die Trocknung erheblich, ein zu großes trocknet frischen Estrich zu schnell und riskiert Risse.

Als Experte für Feuchteschäden erkläre ich Ihnen, wie Sie die richtige Entfeuchtungsleistung und die nötige Gerätezahl bestimmen – ohne unnötige Mietkosten und ohne Trocknungsfehler. Wie ein Bautrockner grundsätzlich arbeitet, lesen Sie im Artikel Was ist ein Bautrockner?.

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Faustregel: Entfeuchtungsleistung nach Raumgrösse

Die Entfeuchtungsleistung wird in Litern pro 24 Stunden (l/24h) angegeben – also der Wassermenge, die das Gerät der Luft täglich entzieht. Zur Orientierung dient das Raumvolumen: Grundfläche mal Deckenhöhe. Bei einer typischen Deckenhöhe von 2,50 m gelten folgende Richtwerte:

  • bis 30 m² (bis 75 m³): 20-30 l/24h – kleine Räume, Bad, leichte Kellerfeuchte
  • 30-60 m² (75-150 m³): 40-60 l/24h – mittlere Wohnräume, einzelne Neubauzimmer, normaler Wasserschaden
  • 60-90 m² (150-230 m³): 60-80 l/24h – große offene Flächen, ganze Etagen, starke Durchnässung
  • über 100 m² (über 250 m³): ab 90-120 l/24h oder mehrere Geräte – große Keller, Hallen, komplette Hausaustrocknung

Wichtig: Der Literwert gilt unter Prüfbedingungen. Bei niedriger Raumtemperatur oder bereits geringer Restfeuchte fällt die reale Leistung deutlich niedriger aus – kalkulieren Sie deshalb eher großzügig, aber nicht masslos. Welche Gerätegrösse für Ihr Projekt passt, klären wir bei der Bautrockner-Vermietung in Rosenheim; die Mietpreise finden Sie transparent aufgelistet.

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Die drei wichtigsten Auswahlfaktoren

Die Raumgrösse liefert nur den Ausgangswert. Drei Faktoren entscheiden, ob Sie nach oben oder unten korrigieren müssen.

1. Art und Menge der Feuchtigkeit

Ein frischer Neubau mit nassem Estrich und Putz oder ein massiver Wasserschaden bindet weit mehr Wasser als ein Raum, den Sie nur trocken halten wollen. Für solche Fälle rechnen Sie rund 30 % mehr Leistung ein. Wie lange die Trocknung dann dauert, hängt vom Material ab – Details dazu im Artikel Wie schnell trocknet Estrich?.

2. Luftumwälzung: mindestens dreimal pro Stunde

Ein Kondensationstrockner wirkt nur, wenn er die gesamte Raumluft immer wieder ansaugt. Faustregel: Das Gerät sollte die Raumluft mindestens dreimal pro Stunde umwälzen. Die nötige Luftleistung berechnen Sie einfach: Raumvolumen (m³) × 3 = Luftleistung in m³/h. Für eine 100-m²-Wohnung mit 250 m³ Volumen ergibt das 750 m³/h – dieser Wert steht im Datenblatt jedes Geräts und ist bei der Auswahl genauso wichtig wie der Literwert.

In der Praxis scheitern die meisten Trocknungen nicht an zu wenig Litern, sondern an zu wenig Luftbewegung. Ein Gerät, das die Raumluft nicht dreimal pro Stunde umwälzt, entfeuchtet nur die Ecke, in der es steht. Bei verwinkelten Grundrissen setze ich lieber zwei kleinere Geräte als ein einzelnes großes.

Georg Zischka, Klima Center

3. Raumaufteilung und Etagen

Ein einzelnes Riesengerät bringt in einer verwinkelten Wohnung wenig, weil Türen und Wände die Luftströmung bremsen. Verteilen Sie die Leistung stattdessen auf mehrere kleinere Geräte – eines je abgetrenntem Bereich oder Etage. So erreicht die trockene Luft jeden Raum.

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Wann mehrere Geräte sinnvoll sind

Als grobe Faustformel gilt: ein Bautrockner der mittleren Leistungsklasse je Geschoss oder je abgetrennter Wohneinheit. Übersteigt das Raumvolumen die Leistung eines Einzelgeräts oder ist der Grundriss stark gegliedert, teilen Sie auf. Wichtig ist dabei die Gegenprobe – nicht wahllos aufrüsten: Zu viele Geräte auf einmal können die Bauteiloberfläche schneller trocknen, als die Feuchtigkeit aus dem Kern nachwandert. Die Kapillaren schließen sich, der Putz wirkt trocken, während tiefere Schichten nass bleiben. Ein Bauherr wollte seine Kellerräume mit vier Geräten in Rekordzeit trocknen und stand nach Wochen vor genau diesem Problem: außen trocken, innen feucht – die Trocknung musste kontrolliert neu aufgesetzt werden. Richtig dimensioniert heisst also so viel Leistung wie nötig, nicht so viel wie möglich.

Temperatur: warum unter 15 °C ein Heizer dazu muss

Standard-Kondensationstrockner arbeiten am wirtschaftlichsten in einem Bereich von etwa 15 bis 30 °C. Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf, weshalb ein warmer Raum bei kühler, trockener Aussenluft ideal für die Trocknung ist. Fällt die Raumtemperatur jedoch unter 15 °C, sinkt die Kondensationsleistung drastisch – dann stellen Sie zusätzlich einen mobilen Bauheizer auf oder greifen zu einem Adsorptionstrockner, der auch bei Kälte arbeitet. Was das im Winter konkret bedeutet, lesen Sie unter Bautrocknung im Winter. Warum sich die konsequente Trocknung überhaupt lohnt, fasst der Artikel Warum Bautrocknung? zusammen. Bei Unsicherheit rechnen wir die passende Konfiguration für Ihr Objekt durch – nehmen Sie Kontakt auf.

Häufige Fragen zur Bautrockner-Dimensionierung

Wie groß muss ein Bautrockner für 100 m² sein?

Für rund 100 m² Wohnfläche (etwa 250 m³ bei 2,50 m Deckenhöhe) rechnen Sie mit ab 90 bis 120 l/24h Entfeuchtungsleistung oder mehreren Geräten. Wichtig ist zusätzlich eine Luftleistung von mindestens 750 m³/h, damit die Raumluft dreimal pro Stunde umgewälzt wird.

Wie berechne ich die nötige Luftleistung?

Multiplizieren Sie das Raumvolumen mit drei: Raumvolumen (m³) mal 3 ergibt die benötigte Luftleistung in m³/h. Bei 250 m³ Raumvolumen sind das 750 m³/h. Diese Angabe steht im Datenblatt jedes Geräts und ist neben dem Literwert das zweite Auswahlkriterium.

Was passiert, wenn der Bautrockner zu groß ist?

Ein überdimensioniertes Gerät trocknet die Oberfläche schneller, als Feuchtigkeit aus dem Bauteilkern nachwandert. Die Kapillaren schließen sich, der Putz wirkt trocken, während tiefere Schichten nass bleiben. Das kann später zu Schimmel führen. Bei frischem Estrich drohen zudem Risse durch zu schnelle Trocknung.

Brauche ich pro Etage einen eigenen Bautrockner?

In der Regel ja. Als Faustformel gilt ein Gerät mittlerer Leistung je Geschoss oder je abgetrennter Wohneinheit. Türen und Wände bremsen die Luftströmung, deshalb sind mehrere kleinere Geräte bei verwinkelten Grundrissen wirksamer als ein einzelnes großes.

Wie viel mehr Leistung braucht ein Neubau oder Wasserschaden?

Ein frischer Neubau mit nassem Estrich und Putz oder ein massiver Wasserschaden bindet deutlich mehr Wasser als ein Raum, den Sie nur trocken halten. Kalkulieren Sie in diesen Fällen rund 30 % mehr Entfeuchtungsleistung als den Grundwert nach Raumgrösse ein.

Funktioniert ein Bautrockner auch bei Kälte?

Standard-Kondensationstrockner arbeiten am besten zwischen 15 und 30 °C. Unter 15 °C sinkt ihre Leistung stark. Stellen Sie dann zusätzlich einen Bauheizer auf oder nutzen Sie einen Adsorptionstrockner, der auch bei niedrigen Temperaturen entfeuchtet.

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Autor: Georg Zischka

Als Experte für Wasserschäden, Schimmel und Bautrocknung im Großraum München und Rosenheim hilft er seinen Kunden bei Gutachten, Beratung und der Schadensbeseitgung. Georg Zischka ist ein Zertifizierter Sachverständiger Gutachter mit über 20 Jahren Berufserfahrung. Kontaktieren Sie ihn für eine kompetente Unterstützung bei Feuchtigkeit.

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Ratgeber Wasserschaden, Bautrocknung & Schimmel