Bei einer Fußbodenheizung liegen die Rohre unsichtbar unter Estrich und Bodenbelag – deshalb lässt sich ein Leck nicht ansehen, sondern nur messen. Als Experte für Feuchteschäden ortet ein Fachbetrieb die undichte Stelle zerstörungsarm: Zuerst grenzen wir über den Druckabfall am Heizkreisverteiler den betroffenen Kreis auf einen Raum ein, dann heizen wir den Boden gezielt auf und machen den Rohrverlauf mit der Wärmebildkamera sichtbar. Ergänzt um Akustik, Tracergas und Feuchtemessung finden wir das Leck so zentimetergenau – und legen nur diese wenigen Zentimeter frei, statt den ganzen Boden aufzureißen.
Inhalt dieser Seite
- Vorprüfung und Drucktest: den Heizkreis eingrenzen
- Thermografie: den Boden aufheizen und das Rohr sichtbar machen
- Akustik, Tracergas und Feuchtemessung als Ergänzung
- Warum die Ortung den Boden schont
- Nach dem Fund: Reparatur und Trocknung
- Häufige Fragen zur Leckortung an der Fußbodenheizung
Vorprüfung und Drucktest: den Heizkreis eingrenzen
Der Drucktest ist der erste Schritt und die eigentliche Besonderheit der Fußbodenheizung: Weil das System aus mehreren getrennten Heizkreisen besteht, lässt sich das Leck auf einen einzelnen Kreis – und damit auf einen Raum – eingrenzen, bevor überhaupt gemessen wird. Erster Hinweis ist meist ein Zeiger am Manometer des Heizkreisverteilers, der über Tage sinkt, oder eine Heizung, die trotz aufgefülltem Wasserdruck nicht mehr richtig warm wird.
Am Verteiler sperren wir die Heizkreise nacheinander einzeln ab und prüfen jeden per Druckprobe. Fällt der Druck in einem Kreis ab, während die anderen ihn halten, ist der undichte Strang gefunden. Ein Bauherr rief uns, weil sein neuer Estrich in einem Raum nicht abtrocknete – der Drucktest zeigte den Abfall in genau dem Kreis, der unter diesem Raum verläuft, und ersparte das Aufstemmen aller anderen Flächen. Erst dieses Ergebnis entscheidet, wo die feinen Ortungsverfahren ansetzen.

Thermografie: den Boden aufheizen und das Rohr sichtbar machen
Die Thermografie ist bei der Fußbodenheizung das am häufigsten genutzte Verfahren, weil sie sich den warmen Wasserkreislauf direkt zunutze macht. Dafür heizen wir den betroffenen Heizkreis gezielt auf. Die Wärmebildkamera zeichnet dann den kompletten Rohrverlauf als warme Linie durch den Estrich – und an der Bruchstelle tritt heißes Wasser aus, das einen deutlichen, oft flächigen Wärmefleck neben der sonst gleichmäßigen Rohrschlange erzeugt.
Entscheidend ist der Temperaturkontrast: Je klarer sich das austretende Wasser vom umgebenden Boden abhebt, desto genauer die Ortung. Deshalb heizen wir vor der Messung kontrolliert auf und schirmen den Raum gegen Zugluft und direkte Sonne ab, die das Wärmebild verfälschen würden.
Viele wollen die Heizung nach dem Verdacht sofort abstellen. Für die Thermografie brauche ich aber genau das Gegenteil: einen warmen Kreis. Lassen Sie die Fußbodenheizung bis zum Termin ruhig laufen – der Temperaturunterschied ist das, was mir das Leck auf der Kamera zeigt.
Georg Zischka, Klima Center

Akustik, Tracergas und Feuchtemessung als Ergänzung
Wo die Thermografie allein nicht ausreicht – etwa bei sehr kleinen Lecks oder dickem Bodenaufbau –, kombinieren wir sie mit weiteren Verfahren. Diese Methoden sind nicht auf die Fußbodenheizung beschränkt; wie sie im Detail arbeiten, steht im Überblick zu Leckortungsverfahren und Ablauf. An der Fußbodenheizung nutzen wir vor allem drei:
- Akustische Ortung: Hochempfindliche Bodenmikrofone hören das Ausströmgeräusch, das unter Druck austretendes Wasser als Zischen oder Pulsieren erzeugt. An der lautesten Stelle sitzt das Leck.
- Tracergas (Formiergas): Wir entleeren den defekten Heizkreis vollständig und befüllen ihn mit ungiftigem Prüfgas aus Stickstoff und Wasserstoff. Die kleinen Gasmoleküle treten am Leck aus, steigen durch Estrich und Belag nach oben und werden mit einem Gasspürgerät im Schnüffelverfahren aufgespürt.
- Kapazitive Feuchtemessung: Ein Feuchtemessgerät erzeugt ein elektrisches Feld im Boden. Weil Wasser die Leitfähigkeit verändert, kartieren wir die Feuchteausbreitung im Estrich zerstörungsfrei im Rasterverfahren und bestätigen so das Schadensbild.
In der Praxis ergänzen sich die Verfahren: Der Drucktest liefert den Raum, Thermografie und Akustik die Stelle, Tracergas die Bestätigung im Zweifelsfall. Welche Kombination nötig ist, hängt vom Bodenaufbau ab und bestimmt am Ende auch die Kosten der Leckortung.
Warum die Ortung den Boden schont
Die zentimetergenaue Ortung ist der ganze Sinn des Aufwands: Statt den Estrich flächig aufzustemmen, um das Rohr zu suchen, öffnen wir den Boden nur an der einen markierten Stelle. Das spart Zeit und Geld, hält den Schaden am Bodenbelag klein und macht die anschließende Reparatur planbar. Gerade bei hochwertigen Belägen oder in bewohnten Räumen ist dieser Unterschied erheblich – aus einer wochenlangen Baustelle wird ein punktueller Eingriff.
Nach dem Fund: Reparatur und Trocknung
Ist das Leck geortet und die defekte Stelle freigelegt und repariert, bleibt die Feuchtigkeit im Boden das eigentliche Problem. Wasser, das über Tage ausgetreten ist, hat sich in Estrich und Dämmschicht verteilt. Diese Nässe muss technisch heraus, sonst droht Schimmel unter dem Belag. Bei durchnässter Dämmschicht kommt die Dämmschichttrocknung zum Einsatz, die je nach Schaden 10–14 Tage im Dauerbetrieb läuft. Wie lange der Estrich danach bis zur Belegreife braucht, lesen Sie unter wie schnell trocknet Estrich.
Ortung, Reparatur und Trocknung gehören in eine Hand. Wir übernehmen die Leckortung mit eigenem Gerät, das Sie bei Bedarf auch mieten können, und dokumentieren jeden Schritt für Ihre Versicherung. Schildern Sie uns Ihren Fall über das Kontaktformular – wir sind an beiden Standorten rund um die Uhr erreichbar.
Häufige Fragen zur Leckortung an der Fußbodenheizung
Typische Anzeichen sind ein über Tage sinkender Wasserdruck am Manometer des Heizkreisverteilers, eine Heizung, die trotz Nachfüllen nicht mehr richtig warm wird, sowie feuchte oder nicht abtrocknende Stellen im Boden. Sicherheit bringt erst der Drucktest der einzelnen Heizkreise.
Nein. Die Kombination aus Drucktest, Thermografie, Akustik, Tracergas und Feuchtemessung ortet das Leck zentimetergenau. Freigelegt wird nur diese eine Stelle, statt den kompletten Estrich aufzureißen.
Die Thermografie macht sich den warmen Wasserkreislauf zunutze: Aufgeheizt zeichnet die Wärmebildkamera den Rohrverlauf durch den Estrich, und am Leck erzeugt austretendes heißes Wasser einen deutlichen Wärmefleck. Ohne Temperaturunterschied bliebe das Leck unsichtbar.
Am Heizkreisverteiler werden die Kreise nacheinander einzeln abgesperrt und per Druckprobe geprüft. Fällt der Druck nur in einem Kreis ab, ist das Leck auf den Raum eingegrenzt, den dieser Kreis versorgt.
Der entleerte Heizkreis wird mit ungiftigem Formiergas aus Stickstoff und Wasserstoff befüllt. Die kleinen Gasmoleküle treten am Leck aus, steigen durch Estrich und Belag nach oben und werden mit einem Gasspürgerät im Schnüffelverfahren geortet.
Nach Reparatur der undichten Stelle muss die Feuchtigkeit aus Estrich und Dämmschicht heraus, sonst droht Schimmel. Bei nasser Dämmschicht läuft die Dämmschichttrocknung meist 10–14 Tage; danach braucht der Estrich weitere Zeit bis zur Belegreife.






