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Richtig lüften gegen Schimmel – so geht es

Richtig lüften gegen Schimmel heißt: mehrmals täglich kurz und kräftig stoßlüften, das Fenster dabei ganz öffnen und gekippte Fenster konsequent vermeiden. Ziel ist eine relative Luftfeuchtigkeit von dauerhaft 40 bis 60 Prozent. Als Experte für Feuchteschäden erkläre ich Ihnen die Regeln, die richtige Dauer je Jahreszeit und wie Sie Ihren Erfolg messbar überprüfen.

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Die goldenen Lüftungsregeln

Wirksames Lüften tauscht feuchte Innenluft in wenigen Minuten gegen trockenere Außenluft aus, ohne die Wände auszukühlen. Vier Regeln entscheiden über den Erfolg.

Stoßlüften statt Kippen

Öffnen Sie das Fenster komplett und weit, statt es zu kippen. Ein dauerhaft gekipptes Fenster tauscht kaum Luft aus, kühlt dafür aber die Fensterlaibung und die angrenzende Wand über Stunden aus. An dieser kalten Fläche schlägt sich Feuchtigkeit nieder – genau dort entsteht später der Schimmel. Weit geöffnet ist die Luft dagegen in Minuten getauscht, ohne dass das Mauerwerk auskühlt.

Querlüften für den schnellsten Austausch

Öffnen Sie gegenüberliegende Fenster gleichzeitig. Der entstehende Durchzug tauscht die gesamte Raumluft am schnellsten aus und verkürzt die nötige Lüftungsdauer deutlich. Wo möglich, ist die Querlüftung dem einseitigen Öffnen immer vorzuziehen.

Heizung während des Lüftens abdrehen

Drehen Sie die Thermostate beim Lüften zu. So heizt der Heizkörper nicht gegen das offene Fenster an und der Raum kühlt nicht unnötig aus. Das spart Energie, ohne den Luftaustausch zu bremsen.

Wie oft am Tag lüften?

Wer tagsüber zu Hause ist, lüftet drei- bis viermal täglich. Berufstätige lüften mindestens morgens nach dem Aufstehen und abends nach der Rückkehr – jeweils gründlich. Wichtig: Schlafzimmerfenster, die nachts gekippt waren, morgens nach der Stoßlüftung wieder schließen, sonst kühlt der Raum den ganzen Tag aus.

Ich messe bei Vor-Ort-Terminen oft direkt am gekippten Schlafzimmerfenster: Die Laibung ist dort regelmäßig zwei bis drei Grad kälter als die restliche Wand. Genau diese kalte Ecke ist der Startpunkt fast jedes Schlafzimmer-Schimmels. Einmal am Tag weit öffnen bringt mehr als acht Stunden Kippstellung.

Georg Zischka, Klima Center

Die richtige Lüftungsdauer je Jahreszeit

Wie lange Sie lüften müssen, hängt vom Temperaturunterschied zwischen innen und außen ab: Je kälter die Außenluft, desto schneller ist die Feuchtigkeit heraus. Deshalb genügen im Winter wenige Minuten, während im Sommer deutlich länger gelüftet werden muss.

  • Winter (Dezember bis Februar): rund 5 Minuten reichen – die kalte, trockene Luft nimmt die Raumfeuchte schnell auf.
  • Übergangszeit (Frühjahr und Herbst): 10 bis 15 Minuten.
  • Sommer: 20 bis 30 Minuten weit öffnen, weil warme Außenluft weniger Feuchte aufnimmt.

Der Sommer ist ein Sonderfall: An schwülen Tagen kann Lüften die Feuchtigkeit sogar erhöhen. Wann sich das Öffnen lohnt und was speziell im Keller gilt, lesen Sie ausführlich unter richtig lüften im Sommer.

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Sonderregeln für Problemzonen

Manche Situationen setzen kurzfristig so viel Feuchtigkeit frei, dass die normale Routine nicht ausreicht. Hier lüften Sie gezielt sofort und verhindern, dass sich die Feuchte in die ganze Wohnung ausbreitet.

Küche und Bad: sofort nach der Feuchtespitze

Nach dem Kochen und nach dem Duschen entsteht schlagartig viel Wasserdampf. Lüften Sie unmittelbar danach intensiv und halten Sie dabei die Türen zu den übrigen Räumen geschlossen. So zieht die feuchte Luft direkt nach draußen, statt sich in kühleren Zimmern niederzuschlagen.

Innentüren kühler Räume schließen

Halten Sie die Türen zu unbeheizten oder kühleren Räumen wie dem Schlafzimmer geschlossen. Wandert warme, feuchte Wohnzimmerluft in einen kalten Raum, kondensiert sie dort an den Außenwänden. Getrennte Türen verhindern genau diesen Feuchtetransport.

Wäsche in der Wohnung trocknen

Trocknen Sie Wäsche möglichst nicht in Wohnräumen. Lässt es sich nicht vermeiden, stellen Sie den Wäscheständer in einen Raum, den Sie danach besonders häufig lüften. Eine Hausverwaltung bat mich einmal zu einer Wohnung mit hartnäckigem Schlafzimmerschimmel – Ursache war schlicht die dort jede Nacht trocknende Wäsche bei gekipptem Fenster. Nach Umstellung auf Stoßlüften und Trocknen im belüfteten Bad war das Problem dauerhaft weg.

Möbel mit Abstand zur Außenwand

Stellen Sie Schränke und Betten mit 5 bis 10 cm Abstand vor Außenwände. Steht ein Möbelstück direkt an der kalten Wand, zirkuliert dahinter keine Luft, die Fläche kühlt aus und Feuchtigkeit sammelt sich unbemerkt. Der Spalt lässt die warme Raumluft an die Wand.

Warum an bestimmten Stellen überhaupt Schimmel entsteht und welche baulichen Ursachen dahinterstecken, lesen Sie unter Schimmel an der Wand. Ist der Befall bereits da, führt Sie Schimmel in der Wohnung beseitigen Schritt für Schritt durch die Sanierung.

Erfolg mit dem Hygrometer kontrollieren

Ob Ihr Lüften ausreicht, verrät nur eine Messung – nicht das Gefühl. Ein einfaches digitales Hygrometer zeigt die relative Luftfeuchtigkeit im Raum an. Der Zielkorridor liegt bei 40 bis 60 Prozent. Steigt der Wert dauerhaft über 60 Prozent, lüften Sie sofort; ab etwa 70 Prozent wird es für Schimmel kritisch.

Stellen Sie das Gerät nicht direkt neben Fenster oder Heizung auf, sondern an eine Innenwand in Raummitte. So bekommen Sie einen realistischen Durchschnittswert. Wer die Feuchte in mehreren Räumen professionell erfassen oder eine Problemwand über Tage beobachten will, kann bei uns passende Messgeräte mieten.

Bleibt die Luftfeuchtigkeit trotz konsequenten Lüftens zu hoch oder zeigt sich bereits Schimmel, steckt oft eine bauliche Ursache dahinter, die Lüften allein nicht löst. Dann prüfen wir die Lage vor Ort: Unser Team der Schimmelbeseitigung Rosenheim findet die Feuchtequelle und saniert nachhaltig. Kontaktieren Sie uns für eine Einschätzung.

Häufige Fragen zum richtigen Lüften

Stoßlüften oder Fenster kippen – was ist besser gegen Schimmel?

Stoßlüften ist klar besser. Ein weit geöffnetes Fenster tauscht die feuchte Raumluft in wenigen Minuten aus, ohne die Wände auszukühlen. Ein dauerhaft gekipptes Fenster tauscht dagegen kaum Luft, kühlt aber die Laibung und die angrenzende Wand über Stunden aus – genau dort entsteht später Schimmel.

Wie lange muss ich im Winter lüften?

Im Winter (Dezember bis Februar) reichen rund 5 Minuten pro Stoßlüftung, weil die kalte, trockene Außenluft die Raumfeuchte sehr schnell aufnimmt. In der Übergangszeit sind es 10 bis 15 Minuten, im Sommer 20 bis 30 Minuten.

Wie oft am Tag sollte man lüften?

Wer tagsüber zu Hause ist, lüftet drei- bis viermal täglich. Berufstätige lüften mindestens morgens nach dem Aufstehen und abends nach der Rückkehr, jeweils gründlich per Stoßlüftung.

Welche Luftfeuchtigkeit ist ideal, um Schimmel zu vermeiden?

Die relative Luftfeuchtigkeit im Wohnraum sollte dauerhaft zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Steigt sie über 60 Prozent, sollten Sie sofort lüften; ab etwa 70 Prozent wird es für Schimmel kritisch. Ein digitales Hygrometer macht den Wert sichtbar.

Warum soll man Möbel nicht direkt an die Außenwand stellen?

Steht ein Schrank oder Bett direkt an einer kalten Außenwand, zirkuliert dahinter keine warme Raumluft, die Fläche kühlt aus und Feuchtigkeit sammelt sich unbemerkt. Ein Abstand von 5 bis 10 cm lässt die Luft zirkulieren und beugt Schimmel vor.

Was tun, wenn die Luftfeuchtigkeit trotz Lüften zu hoch bleibt?

Bleibt der Wert trotz konsequentem Stoßlüften hoch oder zeigt sich bereits Schimmel, steckt meist eine bauliche Ursache dahinter, die Lüften allein nicht löst. Dann sollte ein Fachbetrieb die Feuchtequelle vor Ort orten und den Befall nachhaltig sanieren.

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Autor: Georg Zischka

Als Experte für Wasserschäden, Schimmel und Bautrocknung im Großraum München und Rosenheim hilft er seinen Kunden bei Gutachten, Beratung und der Schadensbeseitgung. Georg Zischka ist ein Zertifizierter Sachverständiger Gutachter mit über 20 Jahren Berufserfahrung. Kontaktieren Sie ihn für eine kompetente Unterstützung bei Feuchtigkeit.

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Ratgeber Wasserschaden, Bautrocknung & Schimmel